Dezember –
Christrose

Eine einzige Pflanze reicht, um uns den Dezember – der trotz Advent oft trüb und grau sein kann – in jeder Hinsicht zu erhellen! Die Christrose (Helleborus niger) ist eine wahre Wunderblume, die einst mit den Römern zu uns kam, eine blühende Ode an die Winter- und Weihnachtszeit. Dann öffnet sie ihre große weißen Blüten, die wie aus feinstem Stoff oder Seidenpapier wirken, in der Mitte strahlt der Kranz zitronengelber Staubgefässe. Sie kündigt eine neue Jahreszeit, lange vor den anderen ersten Frühlingsboten. Über der Erde unschuldig weiss und schön, unter der Erde ist ihre pechschwarze Wurzel allerdings tödlich giftig. Daher nannten griechische Naturforscher sie „Helle-borus“, das Leben wegnehmend. Im 20. Jahrhundert kam die Winterschönheit dank Vita Sackville-West in ihrem Paradies Sissinghurst wieder zu neuen Ehren. Ihr Tipp: „Um lange Stiele zu bekommen, soll es günstig sein, Sand über die Mitte der Pflanze zu häufen, weil dann die eingerollten Knospentriebe nach oben ans Licht streben“. Dann entfaltet die Christrose trotzt Schnee und Frost ihre makellose, ebenmäßige Blüten-Pracht an fast aufrecht stehenden Stielen. Die Blüten verfärben sich teilweise mit rosa überhauchtem Rand oder in ein sanftes Hellgrün. Der Standort sollte kalkhaltig, humos oder lehmig-sandig sein, möglichst windgeschützt und halbschattig. Einmal gepflanzt, erfreut die Christrose viele Jahre an ihrem Standort. Eine besonders schöne Sorte ist die strahlend weiße ’Christmas Carol’. Und nicht nur Menschen erfreut dieser charmante Winterblüher, er ist auch wichtig für Insekten.

Anzeige - Albrecht Hoch