Pflanze des Monats

NOVEMBER – Ziersalbei

Er ist die Entdeckung der letzten heißen Sommer, der Ziersalbei avanciert zum begehrten Requisit in unseren Gärten. Neben seiner filigranen Ästhetik und grandiosen Farben – von sanft bis leuchtend – hat er viele positive Eigenschaften: Trockenheitskünstler, Sonnenanbeter, robust, braucht kaum Wasser. Also die perfekte Zukunftspflanze! Neben dem Echten Medizinischen Salbei mit seinen blaugrausilbrigen filzigen Blättern (kennen wir als Kind bei Halsschmerzen, war igitt, aber half) ist Ziersalbei sein hübscherer Verwandter.  Besonders attraktiv ist er in den trendigen, naturnahen Wiesen- und Präriepflanzungen. Vor allem ein Klassiker, der violette oder rote Wiesensalbei (Salvia pratensis), eine heimische Wildstaude, macht da „bella figura“. Ein Bestseller ist längst der Steppen-Salbei (Salvia nemorosa), neben der Wildform verlocken Züchtungen wie ‚Amethyst‘, ‚Blauhügel‘, ‚Ostfriesland‘ in violettblau oder der elegante ‚Schneehügel‘ – alle vom berühmten Züchter Ernst Pagels. Sehr trockenheitsverträglich ist der prächtige Muskateller-Salbei, eine reine Wildart ist der Nordafrikanische Salbei (Salvia barrelieri) mit bis zu ein Meter hohen Blütenrispen. Viele herrliche neue Salbei sind nur bedingt winterhart bei uns – ‚half-hardy‘ sagen die Briten. Das sind die Strauch-Salbei, für Salbei-Freak Frank Fischer in Umkirch bei Freiburg unverzichtbar, „weil sie total robust, krankheitsresistent und unermüdliche Dauerbblüher sind“. Obendrein leuchten sie im fast gesamten Farb-Spektrum, hinreissend vor allem die Nuancen von Violett und Purpur wie hier ‚Amistad‘. In meinem Garten blüht er jetzt noch mit extravaganten Blüten und es scheint kein Ende in Sicht – ein Lichtblick in trüben Novembertagen! Vielleicht schafft er es mit dickem Laub geschützt bis ins nächste Jahr.Dann gibt es noch die exotischen, tropischen Salbeiarten, alle attraktiv. Die Wildform Salvia convertiflora betört mit korallenroten Blüten. Ihr Überleben draussen hängt vom Standort ab, gut abgedeckt schaffen sie es vielleicht draussen, sonst ab in den frostfreien Keller. Und: Bienen, Hummeln und andere Insekten fliegen wie verrückt auf alle Salbeiblüten.

Foto: Christa Hasselhorst

 

 

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