Juli – Madonnen-Lilie

Sie ist die Schönste im Garten, wenn er im Juli in seiner vollsten Blüte steht: die Madonnen-Lilie krönt das Beet mit unnachahmlicher Eleganz und einem einzigartigen strahlenden Weiss. Botanisch heißt sie Lilium candidum und letzteres heißt eben strahlend. Ihre Herkunft sind Balkan und Mittlerer Osten, doch schon seit 2.500 Jahren ist sie eng mit der Kulturgeschichte in Europa und Vorderasien verbunden. Denn nichts ist schöner als der Anblick ihrer an bis zu 1,50 Meter hohen Stängeln thronenden Blütenkelche. Sie öffnen sich sternförmig und zeigen kräftig gelbe Staubgefäße im Inneren. Neben ihrer Anmut betört ein süßlicher Duft. Weiße Lilien sind Sinnbild für Reinheit, werden im Christentum mit unbefleckter Empfängnis, Reinheit, dem Göttlichen verbunden. Und die alten Griechen glaubten, weiße Lilien seien aus der Milch der Göttermutter Hera entstanden. Ab dem 9. Jahrhundert zog die Verehrte in unsere Klostergärten ein, schmückte Marienbilder und Gräber als Zeichen der Auferstehung, zierte die Blumen-Stilleben holländischer Maler. Lange Zeit unverzichtbar im Bauerngarten, ist die schlanke Schöne derzeit etwas aus der Mode. Gilt als kapriziös, weil sie anfällig für Viren ist. Egal, man sollte sie unbedingt wieder pflanzen, am besten an einem offenen sonnigen Platz. Dann wird sie für kurze Zeit alle anderen Blumen überstrahlen!

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