September – Wunderbaum

Dieses erstaunliche Gewächs macht seinem Namen alle Ehre: der Wunderbaum (Ricinus communis) wächst tatsächlich innerhalb eines Sommers von null auf bis zu 400 Zentimeter! Je nach Klima Boden und Standort gar noch mehr. Jetzt im September hat er seine stattliche Statur erreicht und schmückt als exotische Skulptur unseren Garten. Also Vorsicht: dieser schnellwüchsige Riese ist nichts für kleine Rabatten oder Vorgärten, denn er geht obendrein auch noch gerne in die Breite. Maximal eine Pflanze kann man sich in einem kleinen Garten leisten. Denn es ist nun mal ein Gigant, ein Hingucker mit Wow-Effekt. Die Heimat des Wunderbaums ist Indien und Afrika. Dort ist sie eine mehrjährige Pflanze, bei uns erstrahlt sie nur einen Sommer lang. Aber dafür umso faszinierender: allein schon die gezahnten großen Blätter sind ein toller Schmuck. Bei manchen Sorten changieren sie ins Violette und rotpurpurn leuchten auch die Stängel. Das Beeindruckendste aber sind die scharlachroten, großen Dolden mit Kapselfrüchten, kleinen, stachlig-weichen Kugeln. Der Wunderbaum ist die einzige Pflanze der Gattung Rizinus und die wiederum gehört – man glaubt es kaum – zur Familie der Wolfsmilchgewächse. Das muss man nicht wissen, um mit dieser ungewöhnlichen Pflanze seinen Garten zu zieren. Wirklich wichtig dagegen: die Samenschalen sind hoch giftig. Ganz im Gegensatz zu den Samen, aus denen in Kaltpressung Rizinusöl gewonnen wird. Da die Samen sich selbstvermehren und schnell keimen, wird der Wunderbaum in einigen Regionen der USA inzwischen schon als invasive Art verschmäht. Kein Grund, einige Exemplare dennoch im eigenen Garten zu pflanzen – als extravagante Zierde.

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