Pflanze des Monats

MAI – Bärlauch

Zwei Pflanzen liebe ich im Mai besonders: Maiglöckchen und Bärlauch. Erstere sind entzückend mit ihren winzigen, wippenden weißen Glöckchen wie aus Porzellan, ihr typischer, starker Duft ist umwerfend. Leider sind sie giftig und so wird stets gewarnt, weil ihre schmalen, spitz zulaufenden Blätter in sattestem Grün mit denen des Bärlauchs zu verwechseln sind. Aber wer sich mit beidem befasst, hat den kleinen wichtigen Unterschied schnell heraus. Das Laub des Bärlauchs ist auf der Oberseite matt dunkelgrün und auf der Unterseite heller. Noch einfacher ist es, man zerreibt die Blätter: beim Bärlauch steigt einem sofort das intensive Knoblauch-Aroma in die Nase. Bärlauch (Allium ursinum) ist unverzichtbar aus mehreren guten Gründen: Es ist ein toller Bodendecker, der dichte Teppiche weben kann. Zwischen den Blättern ragen die schneeweißen Blütendolden heraus, sie schweben mit winzigen sternförmigen Einzelblüten über dem Laub. Gefällt dem anspruchslosen, schattenliebenden  Lauchgewächs der Standort, kann das zu wundervollen Effekten führen. Die grandioseste Masse von blühendem Bärlauch sah ich gerade im Botanischen Garten Meise bei Brüssel – da verwandelten üppigste weiß-grüne schaumige Fluten den Park in einen Märchenwald. Bärlauch schätzt eher feuchte, kalkhaltige, humose Böden und mag keine Staunässe. Ansonsten ist er super robust und kann sich rasant vermehren, über seine Zwiebeln oder Samen. Wann die beste Erntezeit der Blätter ist – für das begehrte Pesto – darüber streiten  Gourmet-Experten. Jedenfalls hat das Pflänzchen eine rasante Karriere als eines der beliebtesten Küchenkräuter gemacht. Aber soll man die Blätter pflücken VOR der Blüte oder auch während? Angeblich soll das Aroma dann weniger intensiv sein. Probieren Sie es einfach aus! Neben dem charakteristischen Geschmack ist die Heilpflanzen obendrein gesundes regionales Superfood, reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Guten Appetit!

 

Foto: C. Hasselhorst

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