Pflanze des Monats

April – Tulpen

Kein Frühling ohne die Königin! Neben den Narzissen sind die Einwanderinnen aus dem Orient nach wie vor prachtvollste Zierde ab April. Kein Wunder, daß sie einst für den ersten Börsen-Crash der Neuzeit sorgten. Schwindelerreregnd sind heute nicht mehr die Preise für eine einzige Knolle, sondern die Viefalt an Farben und Formen. Es gibt lilienblütige – die waren mal Sultans Lieblinge – wie die zweifarbige ‚Fly away‘, Papageien-Tulpen wie ‚Blue Parrot‘ , gefüllte wie ‚Angelique‘ und ‚Orange Princess‘ und ungefüllte Klassiker wie ‚Couleur Cardinal‘, die geflammten wie ‚Grand Perfection waren im Barock besonders begehrt. Immer begehrter werden Wildtulpen,  reizvolle Kleinode wie die schwefelgelbe ‚Bright Gem‘ oder die weiße Tulipa polychroma. Untypisch, aber bildschön ist die frühblühende grazile Tulipa turkestanica mit sternförmigen Blüten. Die Farbpalette reicht von reinem Weiss (‚Orleans‘) über alle Nuancen von Gelb, Pink, Violett und Rot sowie kontrastreichen zweifarbigen (‚Doberman‘) bis zu fast schwarzem Purpur, hier ragen ‚Black Hero‘ und ‚Queen of Night‘ als extravagante Diven aus dem Beet hervor. Die Großblütigsten sind die mittelhohen Fosteriana-Tulpen wie die zitronengelbe ‚Sweethart‘ und die schneeweiße, duftende ‚Purissima‘. Exzentrisch wirken die grüng geflammten Viridiflora-Tulpe, hinreißende die rosa-grüne ‚China Town‘ oder die grün-weiße ‚Spring-Queen. Und dann ist da ein historisches Schätzchen wie die abgebildete ‚Damen-Tulpe‘ (Tulipa clusiana), innen weiß, außen rosarot schimmernd. Gerade mal 25 cm hoch, stammt sie aus Zentral-Asien und gilt als eine der Edelsten überhaupt. Eine blühende Hommage an den Botaniker Carolus Clusius, der Tulpe und Kaiserkrone über Österreich in die Niederlande brachte,  wo er 1609 in Leiden starb. Einer der ältesten Botanischen Gärten dort ist nach ihm benannt.

 

 

 

 

 

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